Will die Autobranche aufmischen: das chinesische Startup Byton. (Foto: BFFT / A. Eitermoser)
Immer wieder gut für innovative Ideen: Rinspeed. (Foto: Hersteller)
Hyundai setzt mit dem Nexo auf Brennstoffzellentechnik. (Foto: BFFT / A. Eitermoser)
Mercedes zeigt das neue A-Klasse-Cockpit - inklusive intelligentem Nutzerinterface. (Foto: Hersteller)
nVidia und VW gestalten künftig künstliche Intelligenz gemeinsam. (Foto: BFFT / A. Eitermoser)
Henrik Fisker wagt mit dem EMotion einen neuen Anlauf in Autobau. (Foto: Hersteller)
VW kündigt bis 2025 ganze 20 neue E-Modelle an. (Foto: Hersteller)
Continental integriert Googles Sprachassistenz Alexa ins Auto. (Foto: Hersteller)
15.01.2018

Die Zukunft des Automobils in Las Vegas

Wie schon in den vergangenen Jahren, werden auch 2018 gleich zu Beginn die neuesten Trends für die Mobilität der Zukunft präsentiert. Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas zeigen Hersteller und Zulieferer, wie sie sich die Mobilität der Zukunft vorstellen.

Auch BFFT, der innovative Fahrzeugtechnikentwickler aus Gaimersheim, ist vor Ort in der Zockermetropole und blickt auf eine Messe, die ihren Fokus immer mehr von der Heimelektronik hin zu ganzheitlichen Mobilitätskonzepten verlagert. Nicht umsonst nutzen die großen OEMs der Branche die CES als weltweite Plattform, um ihre Visionen vorzustellen. Hier sind unsere Highlights aus Las Vegas:

BFFT-of-America-CEO Angelika Eitermoser auf der CES in Las Vegas. (Foto: BFFT / A. Eitermoser)

 

BYTON

Starten wir mit einem Branchenneuling, der nicht weniger vorhat, als die Autowelt umzukrempeln. Das hatten sich zwar auch vor Byton schon einige Startups auf die Fahne geschrieben, für die Chinesen spricht allerdings, dass reichlich deutsches Automobil-Knowhow eingekauft wurde. Byton-Chef Carsten Breitfeld etwa zeichnete bei BMW für die Entwicklung des i8 verantwortlich. Die seriennahe Studie eines coupéhaften SUV soll größtenteils dem späteren Endkundenmodell gleichen, welches bereits im kommenden Jahr zu erwarten ist. Mit seinen 4,85 Metern Außenlänge sortiert sich der Byton ziemlich genau zwischen Audi Q5 und Q7 ein.

Das chinesische Startup Byton will mit deutschem Knowhow den Automarkt aufmischen. (Foto: BFFT / A. Eitermoser)

 

NVIDIA/VOLKSWAGEN

Grafikspezialist nVidia verkündete auf der CES eine weitreichende Kooperation mit Volkswagen, durch die der Wolfsburger Autobauer sein künftiges Elektro-Lineup mit zeitgemäßer künstlicher Intelligenz ausrüsten will. Mittels Deep-Learning-Algorithmen sollen künftige VW-Modelle autonome Fahrmanöver beherrschen und lernen, Verkehrssituationen richtig einzuschätzen. Schon 2020 will Volkswagen mit der Serienversion des I.D. Buzz voll ins digitale Zeitalter einsteigen und bis ins Jahr 2025 ganze 20 neue Modelle präsentieren.

Grafikspezialist nVidia kooperiert in Sachen künstliche Intelligenz künftig intensiv mit Volkswagen. (Foto: BFFT / A. Eitermoser)

 

FISKER

Henrik Fisker – Ex-BMW-Designer und Schöpfer des Z8 – plant mit dem EMotion sein Comeback im Elektromarkt. Rund zehn Jahre nach dem ersten Versuch mit dem Range-Extender-Modell Fisker Karma setzt der gebürtige Däne auf eine Vollelektro-Limousine mit 640 Kilometern Reichweite, Allradantrieb und markanten 24-Zoll-Rädern. Seine ausgefeilte Sensorik soll den EMotion fit für autonomes Fahren Level 4 machen.

Der Luxus-Stromer Fisker EMotion soll mit einer Akkuladung 640 Kilometer weit kommen. (Foto: Hersteller)

 

MERCEDES

Mercedes Benz zeigt als Highlight auf der CES das Seriencockpit für die brandneue A-Klasse. Markantestes Detail in der Top-Ausstattung: Die beiden je 26 Zentimeter in der Diagonalen messenden Breitbildschirme, die hinter einer durchgängigen Glasscheibe zu einer homogenen Einheit verschmelzen. Dieses Setup dient als visuelle Ausgabe für Mercedes‘ brandneues Bedienkonzept MBUX (Mercedes Benz User Experience). Die Bedienung erfolgt per Fingertipp auf einem Touchscreen über dem Getriebetunnel, den beiden, aus E- und S-Klasse bekannten Touchcontrol-Flächen in den Lenkradspeichen oder gar über eine Spracheingabe, ähnlich der Heimassistenten Alexa oder Siri. Ein weiteres Schmalkerl für die Besucher: Das über 1000 PS starke Hypercar AMG Project One.

Mercedes-Benz präsentiert das Seriencockpit der neuen A-Klasse – inklusive des innovativen Bediensystems MBUX. (Foto: Hersteller)

 

CONTINENTAL

Bedienkonzepte über Sprachassistenten waren 2018 eines der großen Themen der CES. Noch vor Jahresfrist hatte fast jeder Aussteller ein Konzept zum Thema 3D-Kartogaphie und Deep-Learning auf dem Stand präsentiert, heuer waren intelligente Spracheingabesysteme und knopflose Cockpitkonzepte der Renner. Egal ob nun Alexa, Cortana, Siri oder wie sie auch immer heißen, künftig soll verbal mit dem Auto kommuniziert werden – und das nicht über starre Phrasen sondern in einer möglichst natürlichen Unterhaltungsumgebung.
Zulieferer Continental setzt bei seiner Zukunftsvision in Sachen Cockpit auf geschwungene Displays, wobei Fahrinformationen und der Infotainmentbereich sowohl strikt getrennt als auch ineinandergreifend arrangiert wurden. Interessant: Conti hat an den beiden Außenseiten je ein Display für digitale Rückspiegelkameras integriert.

Continental setzt auf neuartige Cockpitkonzepte und intelligente Spracheingabe mit Alexa. (Foto: Hersteller)

 

RINSPEED

Bliebe noch Innovator und Erfinder Frank Rinderknecht, der Jahr für Jahr auf den großen Messen dieser Welt mit einem wegweisenden Konzeptfahrzeug aufschlägt. In Las Vegas hat der Schweizer einen vollautonomen Kleinbus namens Snap im Gepäck, der Fahrplattform und Aufbau strikt trennt. So kann eine Plattform je nach Bedarf mit Reise- oder Transportaufbauten bestückt werden.

Er ist bekannt für verrückte Konzepte: Frank Rinderknecht zeigt den Rinspeed Snap – ein variables, autonomes Transportsystem (Foto: Hersteller)

 

HYUNDAI

Die Koreaner von Hyundai geht noch einen Schritt weiter, denn sie geben sich nicht mit einer in ferner Zukunft angesiedelten Elektro-Studie zufrieden sondern zeigen gleich ein fertig entwickeltes Serienmodell mit Brennstoffzellentechnik. Der Nexo ist dabei ein eigenständiges Modell und basiert nicht wie der Vorgänger ix35 Fuel Cell auf einer konventionellen Baureihe. Mit 4,67 Metern sortiert er sich knapp unterhalb des Hauseigenen Santa Fe oder eines Skoda Kodiaq ein. Seine Brennstoffzellen-Technologie wandelt Wasserstoff während der Fahrt in elektrischen Strom um, der Tankvorgang erfolgt in der Theorie so zügig wie bei einem konventionellen Verbrenner – doch noch fehlt die Infrastruktur.

Hyundai setzt mit dem Nexo weiterhin auf die Brennstoffzelle als Fortbewegungsmittel der Zukunft. (Foto: BFFT / A. Eitermoser)

 

KIA

Konzernschwester Kia setzt mit dem Niro EV Concept dagegen auf Elektromobilität mit Akkupack. Sein 64-kWh-Stromspeicher soll für knapp 400 Kilometer Reichweite sorgen. Der E-Motor selbst leistet praxistaugliche und nicht überzogene 150 kW. Auch in Sachen Bedienung ist der Niro EV auf der Höhe der Zeit: Neben einer Gesichts- und Spracherkennung beherrscht er auch die Steuerung per Geste und begeistert mit einem Touch-Bedienfeld im Lenkrad.

Wegweisende Konzepte und eine tolle Show – wenn sie so aussieht wie auf der CES 2018, freuen wir uns zurecht auf die Mobilität der Zukunft.