04.12.2017

Frischer Wind auf dem Audi Autonomous Driving Cup 2017

Bereits im dritten Jahr in Folge hat Audi 2017 den Autonomous Driving Cup ins Leben gerufen – ein Event speziell für studentische Teams, bei dem die Themen künstliche Intelligenz, Sensorik und Assistenzsysteme im Vordergrund stehen. Ziel ist es, mit einem speziell entwickelten Modell des Audi Q2 im Maßstab 1:8 einen vorgegebenen Parcours möglichst fehlerfrei und harmonisch zu absolvieren. Dabei haben die studentischen Teams bei der Implementierung ihrer Software nahezu freie Hand und müssen ihre Kreativität unter Beweis stellen, um die dabei auftretenden Probleme zu lösen. Nach dem Vorentscheid blieben acht Teams für das Finale übrig, die vom 15. bis zum 16. November um Ruhm, Ehre und ein Preisgeld von 10.000 Euro kämpften.

Während am ersten Finaltag ein Pflichtparcours und ein wissenschaftlicher Vortrag auf dem Programm standen, ging es am zweiten Tag an den kreativen Teil. Vormittags durften die Teams ihrer Phantasie freien Lauf lassen und stellten ihre Lösungen eines frei wählbaren Problems vor. Darunter befanden sich sowohl praxisnahe Szenarien wie das vollautonome Erkennen eines Rettungsfahrzeugs inklusive Bilden einer Rettungsgasse (HTWK Leipzig) als auch spaßige Projekte. So ließ etwa die Mannschaft aus Offenburg seinen Q2 Slalom durch Barbie-Puppen fahren, während das Team Carleone von der Universität Bremen sein 1:8-Modell auf einen Mario-Kart-Parcours schickte. Kamerabasiert erkannte das Fahrzeug dabei auf der Straße aufgeklebte Symbole wie Geister oder Pilze, welche die passende Reaktion auslösten – also den autonomen Q2 entweder durchschüttelten oder schneller machten.

Das Team aus Offenburg ließ seinen Q2 Slalom durch Barbie-Puppen fahren (Foto: BFFT)

 

Auch die Lokalmatadoren von der TH Ingolstadt haben es wieder ins Finale geschafft: Das Team „leTHIt drive“ ließ in der Kür zwei Q2 in einem Rennen gegeneinander antreten, welches über ein Emoticon-Würfelspiel entschieden wurde. Eine Kamera erkannte, welches Symbol gewürfelt wurde und setzte die hinterlegte Eigenschaft dann für das jeweilige Fahrzeug um. Also: Zwei Felder vor, ein Feld zurück, aussetzen usw. Danach durfte der Sieger noch mit seinem Modell gestengesteuerte Donuts drehen.

Die Lokalmatadoren von der TH Ingolstadt: Moritz Paula, Mohammad Azim Shaikh, Lakshman Balasubramanian, Alexander Fertig und Elam Parithi Balasubramanian (v.l.n.r.) (Foto: BFFT)

 

Zum Sieg gereicht hat das allerdings nicht, denn als es im nachmittäglichen Finale ernst wurde, setzte sich die Technische Universität Ilmenau durch. Das Team AFILSOP, bestehend aus Ngoc Thang Pham, Xujiang Huang, Evgeny Lazutkin, Shih-Jan Lin und Wenzhe Zhang forscht im Fachgebiet „Simulation und Optimale Prozesse“ unter der Leitung von Dr.-Ing. Siegbert Hopfgarten schon seit längerem am Thema „Autonomes Fahren“ und hat hierfür sogar einen eigenen Versuchsträger im Maßstab 1:5 aufgebaut. Damit geht der diesjährige Hauptpreis von 10.000 Euro also nach Thüringen. Den zweiten Platz und eine Prämie von 5.000 Euro sicherte sich das Team TACO von der Hochschule Offenburg. Dritter – und somit Gewinner von 1.000 Euro – wurde der fränkische Beitrag FAUtonOHM der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm.

Die drei Siegerteams des Audi Autonomous Driving Cup 2017. (Foto: Audi)

 

Neben all dem Wettbewerb war der Audi Autonomous Driving Cup 2017 für die Studenten vor allem eine hervorragende Gelegenheit, Praxiserfahrung im zukunftsträchtigen Bereich des autonomen Fahrens zu sammeln und zudem in den Kontakt mit der Industrie zu treten.

Wir beglückwünschen alle Sieger und Teilnehmer der diesjährigen Endausscheidung und freuen uns schon auf die 2018er-Auflage.