BFFT Steuergeräte zur Signalverarbeitung
Pufferbatterie für Zusatzelektronik
Audi A4 quattro S Line als Forschungsfahrzeug
Spezielle Fußraumpedale
E-Motor für Klimakompressor
24.11.2016

Audi A4 für die Forschung: BFFT rüstet Fahrzeug zur Simulation dynamischer Blendung um

Der Ingolstädter Fahrzeugtechnikentwickler BFFT hat für die Hochschule Aalen einen brandneuen Audi A4 quattro S Line zu einem Forschungsfahrzeug umgebaut, das im dortigen Fahrsimulator Studien zur Blendung durch den Gegenverkehr ermöglicht.

Wer kauft sich einen brandneuen Audi A4 quattro S Line, der keine Verkehrszulassung hat und nicht zum Fahren im Straßenverkehr geeignet ist? Der Käufer ist das Kompetenzzentrum „Vision Research“ an der Hochschule Aalen, das den Audi als Forschungsfahrzeug für wissenschaftliche Untersuchungen nutzen wird. Nachdem das Fahrzeug das Audi Werk in Ingolstadt verlassen hatte, kam es in die Werkstätten des Fahrzeugtechnikentwicklers BFFT. Dort wurde es in nur sechs Wochen im Auftrag der Hochschule Aalen zum Forschungsfahrzeug für die Simulation dynamischer Blendung (Blendung durch den Gegenverkehr) umgebaut. Entsprechend stolz sind die Aalener Wissenschaftler auf „ihren“ Audi, der seit Ende August im AMPEL-Labor (Aalen Mobility Perception and Exploration Lab) steht.

Dort versuchen sie gemeinsam mit dem Würzburger Institut für Verkehrswissenschaften herauszufinden, wie Menschen mit grauem Star auf Blendung reagieren und wie man deren Sehfunktion messen kann – z.B. durch den Einsatz eines „Head-up-Displays“. Denn wer nachts oder bei Dämmerung fährt, wird oft von entgegenkommenden Fahrzeugen geblendet – nicht selten Ursache für folgenschwere Unfälle. Diese will auch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung vermeiden, die das Forschungsprojekt fördert.

Der Audi A4 hat einen komplexen Umbauvorgang hinter sich: Die Experten aus der BFFT Fahrzeugintegration entnahmen aus Brandschutzgründen zunächst Motor, Tank, Getriebe und Steuergeräte. Normalerweise würde das Fahrzeug dann zahlreiche Fehlermeldungen anzeigen. Daher programmierte die BFFT Abteilung Entwicklung Konzepte & Tooling eine Software, die dem Fahrzeug simuliert, dass alles in Ordnung sei und so störende Fehlerspeichereinträge verhindert. Über ein weiteres Programm können die Anzeigenelemente (z.B. Head-up-Display, Tacho) individuell angesteuert und den Probanden verschiedene (Warn-) Symbole angezeigt werden. Zudem verbaute BFFT eine elektrische Force-Feedback-Lenkung sowie spezielle Fußraumpedale, die den Probanden ein realitätsnahes Fahrgefühl vermitteln. Um bei längeren Untersuchungen im Labor einen kühlen Kopf zu bewahren, muss außerdem die Klimaanlage funktionieren. Dafür setzten die Ingolstädter in den leeren Motorraum einen neuen E-Motor, der über einen Spannriemen den Klimakompressor antreibt und so für Kühlung auf Knopfdruck sorgt. Um all diese Zusatzelek-tronik mit Strom zu versorgen, baute BFFT schließlich noch eine Starkstromsteckdose sowie eine separate Pufferbatterie ein. Zu guter Letzt wurde das Fahrzeug komplett schwarz-matt foliert, um jegliche Störeffekte durch Spiegelung im Lack auszuschließen.

„BFFT verfügt über jahrelange Erfahrung in Fahrzeugumbauten und ist Spezialist für Probandenstudien. Durch diese Kompetenzen können wir solch komplexe Umbauten in kurzer Zeit und aus einer Hand erfolgreich umsetzen“, fasst Florian Weiser, Leiter BFFT Fahrzeugintegration, zusammen. Davon waren auch die Aalener Forscher begeistert, die mehrfach die kompetente und konstruktive Zusammenarbeit mit BFFT betonten.

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